Der Holocaust (1941–1945)


Junge aus dem Warschauer Ghetto

Das ikonische Foto eines Jungen im Warschauer Ghetto, vermutlich aufgenommen während des Ghettoaufstands 1943.

„So habe ich, einstweilen nur im Osten, meine Totenkopfverbände bereitgestellt mit dem Befehl unbarmherzig und mitleidslos Mann, Weib und Kind polnischer Abstammung und Sprache in den Tod zu schicken … Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“

Mit diesen Worten skizzierte Hitler eine Woche vor dem Angriff auf Polen seine geplante Bevölkerungspolitik für Osteuropa.

Dem Massenmord an den Juden ging ein über Jahre eskalierender Prozess der Entrechtung voraus. Nach Hitlers Machtübernahme folgten Boykotte, gesetzliche Ausgrenzung, Enteignung und Gewalt. Die Nürnberger Gesetze von 1935 degradierten Juden zu Bürgern zweiter Klasse.

Ab 1939 wurden Juden in den besetzten polnischen Gebieten in Ghettos eingesperrt. Mit dem Angriff auf die Sowjetunion 1941 begannen systematische Massenerschießungen durch Einsatzgruppen. Zur „Entlastung“ der Täter entstanden Vernichtungslager wie Chelmno, Belzec, Sobibor, Treblinka, Majdanek und Auschwitz-Birkenau.

Auf der Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 informierte Reinhard Heydrich über die bereits angelaufene „Endlösung der Judenfrage“. Zwischen 1941 und 1945 wurden sechs Millionen Juden ermordet. Weitere Opfergruppen waren Sinti und Roma, politische Gegner, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung sowie religiöse Minderheiten.


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