Kanzler Otto von Bismarck in 1890
Der Deutsche Bund wurde durch einen Beschluss des Wiener Kongresses am 8. Juni 1815 infolge der Napoleonischen Kriege gegründet, nachdem er bereits in Artikel 6 des Pariser Vertrags von 1814 erwähnt worden war.
Die liberalen Revolutionen von 1848 wurden niedergeschlagen, nachdem die Beziehungen zwischen den gebildeten, wohlhabenden bürgerlichen Liberalen und den städtischen Handwerkern zerbrochen waren; an ihre Stelle trat Otto von Bismarcks pragmatische Realpolitik, die sowohl die Bauern als auch den Adel ansprach. Bismarck strebte die Ausweitung der Hohenzollern-Hegemonie über die deutschen Staaten an; dies bedeutete die Vereinigung der deutschen Staaten und den Ausschluss von Preußens Hauptrivalen Österreich aus dem entstehenden Deutschen Reich. Er verfolgte die Vision eines konservativen, preußisch dominierten Deutschlands. Der Zweite Schleswigsche Krieg gegen Dänemark im Jahr 1864, der Preußisch-Österreichische Krieg von 1866 und der Deutsch-Französische Krieg von 1870–1871 befeuerten die wachsende pangermanische Idee und trugen zur Gründung des deutschen Nationalstaates bei.
Der Deutsche Bund zerfiel infolge des Preußisch-Österreichischen Krieges von 1866 zwischen den Mitgliedsstaaten des Bundes, dem Kaisertum Österreich und seinen Verbündeten auf der einen Seite und Preußen und seinen Verbündeten auf der anderen Seite. Der Krieg führte 1867 zur teilweisen Ablösung des Bundes durch den Norddeutschen Bund, der die 22 Staaten nördlich des Mains umfasste. Die durch den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 ausgelöste patriotische Begeisterung überwand den verbleibenden Widerstand gegen ein geeintes Deutschland (mit Ausnahme Österreichs) in den vier südlich des Mains gelegenen Staaten, und im November 1870 schlossen sich diese dem Norddeutschen Bund an.
© Moni’s Modellbau | Historical summary based on established sources