Der belgische Adel

Während der habsburgischen Herrschaft besaß der Adel in den belgischen Gebieten erhebliche politische Bedeutung. Er stammte größtenteils aus der Tradition des Heiligen Römischen Reiches.

In der Union mit den Niederlanden (1814–1830) galt eine ständische Verfassung, nach der der Adel in einer eigenen Kammer des Reichstags (Eerste Kamer) vertreten war.

Nach der Unabhängigkeit Belgiens wurde diese Kammer abgeschafft, und der Adel verlor seine politische Sonderstellung vollständig.

Adel im modernen Belgien

Der belgische König behielt jedoch das Recht, Adelstitel zu verleihen. In der Praxis werden Titel grundsätzlich nicht höher als der eines Grafen vergeben.

Zu den in jüngerer Zeit geadelten Persönlichkeiten zählen unter anderem Wissenschaftler, Unternehmer und Sportler.

Beispiele moderner Adelungen

  • Dirk Frimout – unbetitelter Adel (1986)
  • Ilya Prigogine – unbetitelter Adel (1989)
  • Albert Frère – Baron (1994)
  • Eddy Merckx – Baron (1996)
  • Frank De Winne – unbetitelter Adel (2002)
  • Jacques Rogge – Graf (2002)

Ausländische Adelige gelten in Belgien nur dann als adlig, wenn sie nach Erwerb der belgischen Staatsbürgerschaft durch eine Reconnaissance de noblesse offiziell in den belgischen Adel aufgenommen werden.

Diese Anerkennung erfolgt üblicherweise auf Vorschlag des Raad van Adel (Heraldikrat).

Adelsformen und Rangordnung

In Belgien wird zwischen persönlichem und erblichem Adel unterschieden. Der erbliche Adel wird entweder an alle Nachkommen vererbt oder nach dem Erstgeburtsrecht in männlicher Linie weitergegeben.

  • Unbetitelter Adel
  • Knappe (Jonkheer / Écuyer)
  • Ritter (Ridder / Chevalier)
  • Baron
  • Vizegraf (Burggraaf / Vicomte)
  • Graf (Graaf / Comte)
  • Markgraf (Markies / Marquis)
  • Prinz (historisch, heute nicht vergeben)
  • Herzog (historisch)

Tatsächlich werden in Belgien keine Prinzen- oder Herzogstitel neu verliehen.


© Moni’s Modellbau | Nationale Einordnung des belgischen Adels

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